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29.06.2009  (oeibf)

Indirekte, Opportunitäts- und soziale Kosten der beruflichen Weiterbildung

Opportunitäts- oder Alternativkosten in Bezug auf Bildung werden meist durch entgangene Entlohnung für Erwerbsarbeit widergespiegelt, denn die Dauer, in der sich eine Person in Ausbildung befindet, bedeutet einen Verzicht auf Einkommen in dieser Zeit. Neben direkten Kosten (wie Kursgebühren, Honorare, eventuellen Reise- und Aufenthaltsspesen etc.) kommen mitunter weitere Aufwände bzw. Kostenfaktoren hinzu, die nicht durch buchhalterische Belege manifest werden. Diesbezüglich sind Verzichte von weiterbildungsaktiven Personen zu berücksichtigen, die insbesondere das soziale Gefüge und die individuelle Lebenssituation mehr oder weniger deutlich beeinflussen. Diese Kostenfaktoren können als individuelle soziale Kosten der Weiterbildung bezeichnet werden. Die wissenschaftliche Literatur nennt neben dem bereits genannten unmittelbaren Verdienstentgang weitere Einbußen wie Freizeit- bzw. Regenerationsverlust, finanzieller Mehraufwand durch erforderliche persönliche Dienstleistungen in Haushalt oder Familie, Verzicht auf Karrieremöglichkeiten und Verzicht auf soziale Kontakte. Diese Faktoren haben unterschiedliche Bedeutung und Höhe je nach der Lebens- und Arbeitssituationen oder der Dauer der konkreten Bildungsmaßnahme. Bislang existierte für die österreichische Situation weder eine umfassende Aufstellung all dieser Kostenfaktoren, noch eine Einschätzung über die unterschiedliche Bedeutung für Individuen. Diese Belege sind einerseits als Grundlage für interessenspolitische Einschätzungen der Aufwendungen von Weiterbildung erforderlich, andererseits wäre damit eine weitergehen­de Überprüfung und/oder Weiterentwicklung von Fördermodellen möglich, da Kosten der Bildung, die Individuen zu tragen haben, transparent gemacht werden könnten. Die vorliegende, explorativ angelegte Studie behandelt die Forschungs­fragen mittels Literaturanalyse und einer teilstandardisierten Fragebogen­erhebung bei weiterbildungsaktiven Personen in Wien (n=248). Hier finden Sie die Studie als Download.

  

Projektlaufzeit: September 2002 bis Februar 2004
im Auftrag der Arbeiterkammer Wien, Abteilung Weiterbildungspolitik
öibf-Projekt-Nr. 02/12
Projektleitung:
Peter Schlögl; Projektmitarbeit: Norbert Lachmayr, Maria Gutknecht-Gmeiner